Reflexübersicht

21 Reflexe in der Übersicht
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Atemschutzreflex

Der Atemschutzreflex führt zu einer Blockade (reflektorisches Anhalten) der Atmung, wenn die äußeren Atemwege (Mund und Nase) mit Wasser belegt sind. Ebenso kann dieser Reflex durch einen starken Wind (z.B. beim Fallschirmspringen) oder bei starken Emotionen (z.B. einem Wutanfall) ausgelöst werden. Anfänglich ein reflektorischer Schutz der Atemorgane, sollte er im integrierten Zustand der bewussten Steuerung unterliegen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Geringes Selbstvertrauen
  • Hypoxie (= Sauerstoffmangel)
  • Luftanhalten in den falschen Momenten (z.B. Fallschirmspringen, Gerätetauchen, etc.)
  • Handlungsschwierigkeiten und schlechte Konzentration
 
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Moro-Reflex

Der Moro-Reflex trainiert zum einen die Atemmuskulatur des Babys.
So wirkt er unmittelbar nach der Geburt durch den „ersten Schrei“ mit,
die Atmung anzukurbeln. Zum anderen geht es bei diesem Reflex
um das Thema „Fallen“, bei dem wir uns zunächst vollständig öffnen,
um noch nach etwas greifen oder gegriffen werden zu können, und uns
anschließend so klein wie möglich machen, um uns zu schützen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Überempfindlichkeit des vestibulären Systems (→ Gleichgewichtsprobleme)
  • Hypersensibilität (Überempfindlichkeit auf Licht, Berührung, Geruch, Geschmack, (Hintergrund-) Geräusche, Tiefensensibilität)
  • Eingeschränktes peripheres Sichtfeld (hauptsächlich Wahrnehmung der Dinge um sich herum)
  • Hohes Stresslevel, Angst und Aggression
  • Schwierigkeiten mit der Atmung, Kurzatmigkeit
  • Druck im Oberbauch (Diaphragmatonus)
  • Schwaches Selbstwertgefühl
  • Gefühl von Schutzlosigkeit, Unsicherheit und Unausgeglichenheit
 
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Tonischer Labyrinthreflex (TLR)

Der TLR hilft dem Neugeborenen im Umgang mit der Schwerkraft,
bei der Entwicklung der Tiefensensibilität sowie der Körper- und
Kopfwahrnehmung im Raum. Ziel ist, die Nacken- von der Rumpfmuskulatur
bzw. Nacken- von Rumpfbewegungen abzukoppeln und
somit eine Gelassenheit trotz Anspannung zu erreichen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Schlechte Haltung
  • Niedriger Muskeltonus (durch mangelnde Kleinhirnstimulation)
  • Koordinationsprobleme (→ Raum, Entfernung, Abstand, Tiefe können schwer abgeschätzt werden)
  • Eher unordentlich und chaotisch
  • Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich (→ hoher Muskeltonus)
  • Orientierungsprobleme (schlechte räumliche Orientierung)
  • Zehen- / Fersengänger (u.a. Probleme mit der Achillessehne)
  • Höhenangst, Schwindel und Reiseübelkeit
 
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Furcht-Lähmungsreflex (FLR)

Der FLR dient dazu, die natürlichen Stressschutzmechanismen des
Menschen zu entwickeln (im Tierreich bekannt als Totstellreflex).
Sinnbildich steht dieser Reflex für eine Aufregung und Unruhe im
Oberbauch, anfänglich lähmend wirkend, was für ein wehrunfähiges
Kleinkind sinnvoll ist. Ist er integriert, kann man bei Bedrohung
wählen, ob Verhandlung, Flucht oder Kampf angemessen ist.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Nimmt die Wahlfreiheit, wie in einer Bedrohung zu reagieren ist:
  • Geschwächtes Immunsystem → Häufige Infekte und Allergien
  • Ängstlicher, unruhiger Typus
  • „Freeze“-Zustand: unsicheres Innehalten, wenn Handlung nötig wäre
  • Aktivierung der Überlebensmuster → Freisetzung von Stresshormonen (Adrenalin und Cortisol erhöht)
  • Probleme mit Aufmerksamkeit / Konzentration
  • Hypersensibilität (→ Alle Sinne werden zu intensiv angesteuert), geringe Stresstoleranz
  • Serotonin-/ Aminosäuren-Mangel und Gluten-Intoleranz
 
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Symmetrisch Tonischer Nackenreflex

Der STNR hat zum einen eine körperliche, zum anderen eine psychosomatische
Funktion. Körperlich betrachtet stellt dieser Reflex durch Beugung
der Beine das Training zum Vierfü.lerstand aus der Bauchlage dar,
er ist quasi der „Start-Reflex“ (Losstarten, Loskrabbeln, Loslaufen, Lossprinten).
Psychosomatisch gesehen geht es beim STNR um die Ruhe,
dass wir sensorische Reize ohne muskuläre Impulse und ohne körperliche
Anspannung wahrnehmen können. Dies gibt uns eine gewisse
Sicherheit im Raum und wir können die passende Spannung wählen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Eingeschränktes Denkvermögen und Handlungsschwierigkeiten
  • Gedrehtes Becken → Beinlängendifferenz
  • Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme
  • Serotonin- und Aminosäuren-Mangel
  • Kurzsichtigkeit und Leseschwäche
  • BWS-Kyphose (Buckel)
  • Sitzen mit untergeschlagenen Beinen (→ vermehrte Anspannung in den Beinen) sowie schlechte Körperhaltung
  • Mangelnde Sicherheit, Leichtigkeit,Lockerheit und Freude
 
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Landau-Reflex

Der Landau-Reflex ist wichtig für die Aufrichtung (Streckung) der
Wirbelsäule und der damit einhergehenden Entwicklung von Gleichgewicht,
Tiefensensibilität und Raumorientierung. Die Atemexkursion
und der Entdeckerdrang heben den Oberkörper. Nacken- und Beckenmuskeln
arbeiten anfänglich synchron, sollten im Erwachsenenalter
aber entkoppelt funktionieren können. Ziel ist die getrennte Anspannung
von Rumpf und Atemmuskulatur, so dass Rumpf- und
Zwerchfellmuskulatur unabhängig agieren (→ kein Luftanhalten
beim Heben eines Gewichts).

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Zehengänger
  • Schlechte Körper- / Sitzhaltung → Kopf (oft auf Hände gestützt) und Blick eher nach unten gerichtet
  • Behinderung der Atmung
  • Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Knieschmerzen
  • Schlechte Körperkoordination
  • Schlechte Ausdauer
  • Magen- / Darmprobleme
  • Beine sehr angespannt und nach hinten gestreckt (hoher Muskeltonus in den Extensoren)
 
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Amphibien-Reflex

Der Amphibien-Reflex ist, im Gegensatz zu allen anderen hier
genannten Reflexen (einzige weitere Ausnahme: Sturz-Schutz-Reflex),
ein lebenslanger Haltungsreflex. Das bedeutet, dass dieser Reflex ein
Leben lang aktiv sein sollte. Trotzdem zählt der Amphibien-Reflex
zu den frühkindlichen Reflexen. Seine Aufgabe ist die abwechselnde
Beugung der Beine (mit seitengleicher Streckung der Arme) in
Bauchlage zum Vorwärtskommen am Boden und somit zum Erreichen
eines Ziels.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Geringes Selbstvertrauen
  • Knieprobleme bis hin zur Kniearthrose
  • Hüftprobleme bis hin zur Hüftarthrose
  • Schwerfälligkeit beim Gehen (fehlende Knieflexion)
  • Bein(e) gestreckt beim Gehen
  • Schüchternheit
  • Probleme mit der Koordination
  • Lernstörungen
 
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Spinaler Galant Reflex

Der Spinale Galant hat das Ein- bzw. Rausdrehen aus dem Geburtskanal
zur Aufgabe. Er ist wichtig für die Entwicklung der Körperdrehbewegungen
(Rotationen), für die Entwicklung des Gleichgewichtssinns
sowie für die Entwicklung der Motorik („um ... zu ...“). Zudem ist dieser
Reflex zuständig für die Blasenentleerung. Beidseitiges Streichen
seitlich entlang der Wirbelsäule (Blasenmeridian) wirkt auf die Blase.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Handlungsschwierigkeiten und schlechte Konzentration
  • Hüft- und Knieprobleme
  • Motorische Unruhe und Hyperaktivität (→ Zappeliges Verhalten v.a. beim Sitzen)
  • Allgemeiner Nährstoffmangel (Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren)
  • Sich selbst klein machen
  • Rücken- und Beckenschmerzen
  • Fehlen von flüssigen Bewegungsabläufen
  • Einseitige Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose)
 
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Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex

Der ATNR ist entscheidend, durch seine charakteristische „Abstoßbzw.
Rausschraubbewegung“, beim Geburtsvorgang beteiligt. Durch
die vom ATNR gesteuerten Überkreuzbewegungen integrieren
(verbinden) sich beide Gehirnhälften. Es differenzieren sich rechte
und linke Körperhälfte mit klarer Mittellinie aus (Rechts-Links-Unterscheidung),
wodurch die Seitendominanz entsteht. Zudem entwickelt
der ATNR die auditiven und visuellen Systeme (auditive und visuelle
Wahrnehmung) und bildet somit die Grundlage für binaurales Hören
und binokulares Sehen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Unkoordinierte Arm- und Beinbewegungen (vor allem bei Überkreuzbewegungen) → Rechts-Links-Schwäche
  • Ischias und gedrehtes Becken
  • Wirbelsäulenprobleme und Bandscheibenvorfälle
  • Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)
  • Nackenverspannungen sowie Knie- und Hüftprobleme
  • Gestörte Hand-Auge-Koordination
  • Keine Handpräferenz – fehlende automatische Wahl
  • Schlafstörungen, Unruhe und unglücklich sein
 
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Babinski-Reflex

Der Babinski-Reflex bewirkt im ersten Schritt ein Auffächern der
Zehen, um eine stabile Unterlage für den sicheren, aufrechten Stand zu
ermöglichen. Ziel ist das „Langmachen“ bzw. das Aufrechtstehen als
Mensch auf zwei Beinen. Im zweiten Schritt verschrauben wir uns fest
in der Erde, in dem wir das Fußgewölbe entwickeln und uns so für die
nötige Stabilität im Boden festigen. Der Babinski-Reflex trainiert also
die Fuß- und Beinmuskulatur für eine stabile Aufrichtung.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Muskuläre Verspannungen in den Beinen und Fehlspannungen im ganzen Körper
  • Schwache Knöchel und Probleme mit den Sprunggelenken (→ häufigeres Umknicken möglich)
  • Fußfehlstellungen und Gangstörungen
  • Hüftschmerzen und Hüftarthrose
  • Schwaches Fußgewölbe (Platt-, Senk-, Spreizfuß)
  • Schwache Balance und Koordination
  • Hammerzehen und Hühneraugen (sowie Löcher in den Strümpfen am großen Zeh)
  • O- / X-Beine → Fuß-, Knie-, Hüftprobleme
 
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Schreitreflex

Der Schreitreflex kann auch mit den Begriffen Schreit-Reaktion oder
Schreit-Automatismus beschrieben werden. Wenn das Baby aufrecht
gehalten wird und mit seinen Fußsohlen eine Unterlage berührt,
macht es automatische Schreitbewegungen. Der Reflex dient einer
koordinierten, seitenasynchronen Beugung und Streckung der unteren
Extremitäten.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Knie- und Hüftprobleme bis hin zur Arthrose
  • Mentale Unsicherheit und Schwierigkeiten, klare Entscheidungen zu treffen
  • Schwerfälligkeit beim Gehen
  • Fehlende Lockerheit, Gelassenheit und Ausgeglichenheit
  • Ungeduld und Ruhelosigkeit oder Antriebslosigkeit
  • Geringer Selbstwert
  • Unkoordinierte Beinbewegungen
  • Muskuläre Verspannungen in den Beinen und Fehlspannungen im ganzen Körper
 
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Babkin- / Palmar-Reflex

Beim Babkin- oder auch Palmar-Reflex geht es zum einen um den
Wechsel von der Spannung in den Händen hin zur feinmotorischen
Entwicklung. Dieser Reflex entwickelt den Tastsinn (→ taktile
Rückmeldung) durch die Kombination aus Training der Hand- /
Fingermuskeln und Steuerung der feinmotorischen Handbewegung.
Zum anderen bewirkt ein Kontakt in den Handinnenflächen des
Säuglings dessen Öffnung des Mundes. Dieser Reflex hilft dem Baby
beim Saugen an der Brust, wenn es gestillt wird. Die Babkin-Reaktion
zeigt, dass neurologische Zusammenhänge zwischen der Hand- und
Mundmotorik bestehen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Empfindlichkeit bei Berührung der Handflächen und des Gesichts
  • Unwillkürliche Mund- / Zungenbewegungen und verstärkter Speichelfluss
  • Schlechte Feinmotorik
  • Störung im Stoffwechsel von Vitamin B6, Mangan, Phosphate und Methylfolate
  • Spannungen im Kiefergelenk
  • Zähneknirschen
  • Muskelfehlspannung in den Armen
  • Depressionen und Lebenskrisen
 
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Spinaler Perez Reflex

Der Spinale Perez setzt vorm Geburtsvorgang die Spinalflüssigkeit
in Gang. Die Idee dieses Reflexes ist eine Schutzspannung der Wirbelsäule,
so dass wir bei drohender Gefahr oder einem gefährlichen Reiz
eine Schutzhaltung einnehmen, als auch der koordinierte, gekreuzte
Bein-Rücken-Spannungsaufbau. Im integrierten – nicht daueraktiven –
Zustand kann Lockerheit und Leichtigkeit zugelassen werden, ohne auf
jeden (epikritischen) Reiz reagieren zu müssen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Hypersensibilität (Empfindlichkeit gegenüber Berührung, Licht, (Hintergrund-) Geräuschen, Geruch, Geschmack, Tiefensensibilität)
  • Unruhe und leichte Reizbarkeit
  • Schulter-Nacken-Verspannungen / allgemeine Angespanntheit (→ fehlende Lockerheit, Gelassenheit und Ausgeglichenheit)
  • Hüft- und Kniegelenksprobleme
  • Wirbelsäulenprobleme (Hyperlordose in der Lenden- und/oder Halswirbelsäule)
  • Fehlender Weit- / Überblick
  • Makro- und Mikronährstoffmangel durch erhöhten Verbrauch
  • Geringer Selbstwert
 
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Greifreflex

Der Greifreflex ist unter anderem zuständig für die Entwicklung der
Handmotorik sowie der Hand-Auge- und Hand-Mund-Koordination.
Zusammen mit dem Plantar-Reflex bereitet er die Unterscheidung der
rechten und linken Seite vor und legt die erste Bahnung der Willkür
an (→ „Will ich – will ich nicht“). Das Baby erlangt so die Kontrolle über seine Hände und Finger.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Empfindlichkeit bei Berührung der Handflächen und des Gesichts
  • Feste, falsche und/oder verkrampfte Stifthaltung
  • Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
  • Mangelhafte Grobmotorik
  • Zähneknirschen und Zahnfehlstellungen
  • Muskelfehlspannung in den Händen
  • Unsichere Hand-Auge-Koordination
  • Geringe manuelle Geschicklichkeit (bei differenzierten Fingerbewegungen)
 
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Plantar-Reflex

Der Plantar-Reflex hat verschiedene Aufgaben. Er bereitet die Unterscheidung
der rechten und linken Seite vor und entwickelt zusammen
mit dem Greifreflex die Hand-Fuß-Koordination. Zum ersten Mal
bekommt man Kontrolle über seine Füße sowie über seine Zehen und
eine erste Bahnung der Willkür wird angelegt (→ „Will ich – will ich
nicht“). Der Plantar-Reflex trainiert die Fuß- und Zehenmuskeln und
schützt uns ebenfalls vor scharfen Gegenständen am Boden.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Mentale Unsicherheit und Schwierigkeiten, klare Entscheidungen zu treffen
  • Störung des Fußgewölbes
  • Fehlbelastung des Fußes → schlechte Fußmotorik und Abrollbewegung
  • Hüft- und Knieprobleme bis hin zur Arthrose
  • Spannungen im Kiefergelenk
  • Zähneknirschen
  • Zehengänger (Achillessehnenverkürzungen)
  • Ischias
 
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Hochziehreflex

Durch den Hochziehreflex entwickelt das Baby die Fähigkeit, sich in
Rückenlage liegend an den Händen der Eltern nach oben zu ziehen.
Das folgende Anheben des Kopfes bewirkt eine Anspannung der
Beugemuskeln der Arme und dient zugleich der Entwicklung der
Schultermotorik. Ziel ist die Ausbildung der ventralen Rumpf- und
Armmuskulatur sowie die Stabilität in der Rumpfbeugung.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Mühsames Schreiben / nicht schön Schreiben
  • Muskelfehlspannung in den Händen und Armen
  • Vermehrte Stressanfälligkeit
  • Fehlende innere Ruhe und geringer Selbstwert
  • Mangelhafte Grobmotorik
  • Süchte
  • Schulter-Nacken-Verspannungen
  • Kopfschmerzen bis hin zur Migräne
 
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Steigreflex

Der Steigreflex, auch als „Placing-Reaktion“ bezeichnet, wird beim
Kleinkind durch einen Reiz am Fu.rücken oder auch am unteren
Drittel des Schienbeins des Säuglings ausgelöst, in dem man diese
Bereiche z.B. an einer Tischkante entlangstreicht und gleichzeitig den
Oberkörper dabei nach vorne bewegt. Das auslösende Moment ist der
Körperschwerpunkt, der vor den vorderen Fuß gelangt (ca. 15 bis 20°
Vorneigung). Die Antwort auf diesen Reiz besteht im Hochziehen des
Beines, als ob das Kind eine Stufe hochsteigen wollte. Die Aufgabe dieses
Reflexes ist die Sicherung der aufrechten Position, ohne zu stürzen.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Knie- und Hüftprobleme bis hin zur Arthrose
  • Beine sehr angespannt (hoher Muskeltonus in den Extensoren)
  • Fehlende innere Ruhe und geringer Selbstwert
  • Beine gestreckt beim Gehen
  • Muskuläre Verspannungen in den Beinen und Fehlspannungen im ganzen Körper
  • Vornübergebeugte Körperhaltung
  • Koordinations- / Gleichgewichtsprobleme (schlechte Körperkoordination)
  • Unkoordinierte Beinbewegungen / Schlurfen (→ Fallneigung z.B. an Bordsteinkanten)
 
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Suchreflex

Der Suchreflex ist einer der grundlegendsten, überlebenswichtigen
Reflexe mit einfacher Motorik, um sich der Nährstoffquelle zu nähern.
Der Suchreflex wird primär vegetativ gesteuert (Hunger) und hat eine
hohe emotionale Verknüpfung.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Süchte
  • Angststörungen
  • Artikulationsprobleme (→ Zunge liegt nicht an richtiger Stelle)
  • Schlafstörungen / Schnarchen
  • Schlechte manuelle Geschicklichkeit (Hand-Mund-Koordination)
  • Darmträgheit → dadurch Resorptions- und Verdauungsstörungen
  • Mangelnde Selbstfürsorge
  • Fehlen von flüssigen Bewegungsabläufen
 
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Saugreflex

Der Saugreflex hat seinen Namen vom Saugen an der Brust der
Mutter. Er entwickelt die Zungenmuskulatur, die Feinmotorik von
Lippe und Zunge sowie das natürliche Schluckmuster. Die Stärkung
der Mundmuskulatur regt die Muskelkraft im Nacken und im Mund
an und dient so zur Sprachvorbereitung. Bei diesem Reflex geht es
um die Suche nach etwas, was mich erfüllt/ sättigt bei gleichzeitiger
Angst, zu wenig zu bekommen. Der Saugreflex ist ein vegetativer
und emotionaler Reflex.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Zähneknirschen und Zahnfehlstellungen (→ da Zunge vorne an den Zähnen)
  • Verschlucken und Probleme beim Essen
  • Schlafstörungen / Schnarchen
  • Generell offener Mund und erhöhter Speichelfluss
  • Empfindlichkeit bei Berührung des Gesichts
  • Zunge hängt aus dem Mund
  • Artikulationsprobleme (→ Zunge liegt nicht an richtiger Stelle)
 
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Glabella-Reflex

Der Glabella-Reflex sorgt für einen Lidschluss zum Schutz der Augen
bei einem äußeren, periokulären Reiz bzw. einer äußeren Gefahr
für die Augen. Auslösbar ist dieser Reflex somatosensibel durch
Druck auf die Glabella (Knochenverbindungslinie zwischen den Augenbrauen)
oder durch laute akustische Reize. Ziel ist der kontrollierte,
entspannte Augenschutz und eine vegetative Entkoppelung der
verschiedenen Sinne und der Vagusreaktion. Das zeigt sich dann an
einer gelassenen, adäquaten Mimik.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Unruhiger, verkrampfter Typus
  • Leichte Reizbarkeit
  • Schlechte Bildwahrnehmung
  • Eingeschränktes peripheres Sichtfeld (hauptsächlich Wahrnehmung der Dinge um sich herum)
  • Hypersensibilität (Überempfindlichkeit auf Licht, Berührung, Geräusche)
  • Angespannte Mimik und Schwierigkeiten bei der Visualisierung von Objekten
 
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Sturz-Schutz-Reflex

Medizinisch als „Sprungbereitschaft“ bezeichnet, trifft die Bezeichnung
Sturz-Schutz-Reflex besser zu. Wenn ein Kind waagerecht in der Luft
gehalten wird und man dann den Oberkörper des Kindes rasch absenkt
oder schnell nach vorne kippt (ca. 40 bis 45°), streckt es automatisch
die Arme nach vorne aus und stützt sich mit den Händen ab. Zudem
dient dieser Reflex zum Schutz, wenn ein Objekt auf sein Gesicht oder
seinen Körper zufliegt. Ziel ist der Schutz des Kopfes und der Sinnesorgane.
Der Sturz-Schutz-Reflex ist ein lebenslanger Schutzreflex. Eine
Integration schafft emotionale Ruhe.

Typische, mögliche Symptome bei persistierendem Reflex:

  • Fehlende Schutzhaltung bei Stürzen (z.B. Sturz aufs Gesicht, ohne sich abzufangen)
  • Fehlende Schutzreaktion, wenn ein Objekt auf sein Gesicht oder seinen Körper zufliegt 
  • Fehlende emotionale Ruhe